Am Montagabend trauten viele Menschen im Kiez ihren Augen nicht: Am Himmel über Niederschönhausen waren Nordlichter zu sehen. Nicht nur leicht, sondern klar und deutlich in kräftigen Farben und an unterschiedlichen Stellen. Gegen 22:15 Uhr begannen die ersten Menschen im Kiez, Fotos zu teilen.
Die Nordlichter über Niederschönhausen waren nicht nur in einer Richtung zu sehen, sondern an diversen Stellen am Himmel. An vielen Orten deutschlands konnten die Menschen die Nordlichter am Montagabend beobachten, darunter auch in Bielefeld, der Eifel, dem Ruhrgebiet, Hamburg, Sachsen-Anhalt und weiteren Orten. Besonders gut sehen konnte man sie an Orten mit etwas weniger Licht.
Nordlichter entstehen, weil die Sonne nicht nur Licht und Wärme aussendet, sondern manchmal auch riesige Wolken aus elektrisch geladenen Teilchen. Bei besonders starken Sonnenausbrüchen rasen diese Teilchen mit enormer Geschwindigkeit durchs All und treffen auf die Erde.
Unser Planet ist von einem unsichtbaren Schutzschild umgeben, dem Magnetfeld. Trifft der Teilchenstrom darauf, wird er zu den Polen gelenkt. Dort stoßen die Sonnen-Teilchen hoch oben in der Atmosphäre mit Luftgasen zusammen.
Diese Gase fangen an zu leuchten – ähnlich wie bei einer Neonröhre. Je nachdem, welches Gas getroffen wird, entstehen unterschiedliche Farben: Grün und Rot stammen meist von Sauerstoff, Blau und Violett von Stickstoff.
In Deutschland sind Nordlichter so selten zu sehen, weil wir weit vom Pol entfernt liegen. Normalerweise erscheinen sie nur in Regionen nahe dem Polarkreis, etwa in Island oder Nordskandinavien.
Damit sie bis zu uns gelangen, muss der Sonnensturm außergewöhnlich stark sein und das „Leuchtgebiet“ weit nach Süden drücken. Das passiert nur sehr selten – manchmal nur alle paar Jahrzehnte. Meistens sind die Lichter hierzulande zu schwach oder bleiben komplett unsichtbar.

