Die Zukunft der Gastronomie im Bürgerpark Pankow bleibt ungewiss. Wie aus einer Antwort des Bezirksamts auf einer Anfrage von Katja Arens (SPD Fraktion) hervorgeht, ist das Gebäude des ehemaligen Café Rosengarten in einem deutlich schlechteren Zustand als bislang öffentlich bekannt war.
Gebäude in weiten Teilen sanierungsbedürftig
Nach Angaben des Bezirksamts bestehen „diverse Schäden und Mängel“ sowohl an der baulichen Substanz als auch an der technischen Infrastruktur.
Zu den zentralen Problemen gehören:
- Die elektrische Anlage ist marode und teilweise nicht betriebssicher
- Die vorhandene Stromleistung reicht für einen normalen Gastronomiebetrieb nicht aus
- Wasser- und Abwasserleitungen sind veraltet oder defekt
- Der Fettabscheider muss erneuert werden
- Die Heizungsanlage ist nicht funktionsfähig
- Boden und Innenräume sind sanierungsbedürftig
- Auch im Außenbereich gibt es Mängel: Terrassen und Grillstand sind beschädigt und müssen instandgesetzt werden. Zusätzlich sind Teile der Leitungen durch Wurzeleinwuchs verstopft.
Eine vollständige Bestandsaufnahme liegt bislang nicht vor – unter anderem aus personellen Gründen.
Kosten könnten deutlich höher liegen
Bereits im Mai 2025 hatte der Fachbereich Hochbau die Kosten für notwendige Maßnahmen auf rund 1,229 Millionen Euro geschätzt.
Dabei handelt es sich allerdings nur um einen Teil der notwendigen Arbeiten – etwa für Abwasser-, Trinkwasseranlagen und technische Einrichtungen.
Die weiteren Schäden am Gebäude selbst sind in dieser Summe noch nicht enthalten. Die tatsächlichen Gesamtkosten dürften also deutlich höher liegen.
Gespräche mit Interessenten laufen weiter
Trotz der schwierigen Ausgangslage hat das Bezirksamt im vergangenen Jahr Gespräche mit potenziellen Betreibern geführt.
Im Juli 2025 wurde das Projekt öffentlich vorgestellt, anschließend konnten sich Interessierte bewerben. Seitdem gibt es weiterhin Abstimmungen und Vor-Ort-Termine.
Konkrete Aussagen zu möglichen Vertragsmodellen – etwa zur Laufzeit oder zu Investitionsbedingungen – macht das Bezirksamt jedoch nicht.
Übergangslösung mit mobiler Gastronomie wird geprüft
Parallel prüft das Bezirksamt, ob eine temporäre Lösung möglich ist. Im Gespräch sind etwa Foodtrucks oder andere Formen mobiler Gastronomie.
Ob und wann ein solches Angebot umgesetzt werden kann, ist derzeit noch offen.
Zusätzliche Toilette kaum realisierbar
Auch die Frage nach einer weiteren öffentlichen Toilette im Bürgerpark ist kompliziert.
Der Park liegt in einem Landschaftsschutzgebiet und ist zudem als Gartendenkmal eingestuft. Neue bauliche Anlagen sind grundsätzlich nicht erlaubt.
Hinzu kommen naturschutzrechtliche Hürden, etwa durch geschützte Tierarten und mögliche Störungen während der Brutzeiten.
Als Alternative verweist das Bezirksamt auf die leerstehende Meierei im Park, die perspektivisch genutzt werden könnte.

