Am Samstagabend hat sich hinter dem Rathaus Center in Pankow eine Tat ereignet, die viele Menschen im Kiez fassungslos gemacht hat: Wie die Polizei mitteilte, griff eine Jugendgruppe drei Kinder an, raubte sie aus und verletzte sie teilweise schwer.
Einen Erfolg bei der Ermittlung der Täter konnte die Polizei fünf Tage danach noch nicht vermelden. Zu laufenden Ermittlungen könne man keine Auskunft geben, teilte die Polizei auf Nachfrage mit.
In dem Areal hinter dem Rathaus Center hatte sich in den Jahren zuvor schon häufiger Taten ereignet, bei dem Kinder oder Heranwachsende von anderen Jugendlichen geschlagen oder ausgeraubt wurden. Auch hier prüft die Polizei einen Zusammenhang zu früheren Taten.
Bezirksstadträtin: „Bin bestürzt"
Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzski äußerte sich auf Nachfrage besorgt: „Ich bin bestürzt über diesen Fall von brutaler Gewalt", sagte sie. Gerade Spielplätze seien dazu da, Kindern eine sichere Umgebung zu bieten: „Wenn sich Kinder an solchen Orten nicht mehr sicher fühlen können und somit in ihrer Entwicklung eingeschränkt werden, stimmt mich das zutiefst traurig."
Kiezläufer sollen auch im Paule Park Präsenz zeigen
Außerdem kündigte sie an, dass die so genannten „Kiezläufer" den Paule Park in nächster Zeit „punktuell" bestreifen werden.
Das Projekt „Kiezläufer" hat das Bezirksamt Anfang November vorgestellt. Dabei handelt es sich um „einen externen Dienstleister als mobile Interventionsstreife" – als einen privaten Sicherheitsdienst - der regelmäßig an ausgewählten Orten im Kiez präsent ist und diese „bestreift".
Im November wurden dabei der Blankensteinpark, Helmholtzplatz, Arnimplatz, Teutoburger Platz und Schäferstege als Orte genannt. Nun kommt auch der Paule-Park hinzu.
„Ziel ist es, die Entstehung und Etablierung sozialer Brennpunkte frühzeitig zu erkennen, deeskalierend zu intervenieren und das Umfeld im öffentlichen Raum zu stabilisieren", so das Bezirksamt.
Überfall auf Kinder: Was war passiert?
Laut Polizei hielten sich am Samstag gegen 20 Uhr ein Elfjähriger und zwei 13-Jährige im Paule-Park auf dem Spielplatz auf, als sie plötzlich durch eine fünfköpfige Gruppe Jugendlicher angegriffen wurde.
Dabei sollen die 13-Jährigen mehrfach geschlagen worden sein, während der Elfjährige flüchten und Hilfe holen konnte.
Als zwei Erwachsene hinzueilten, liefen die Jugendlichen mit einem der 13-Jährigen davon, der dazu mutmaßlich genötigt worden sein könnte.
Eltern finden Kind mit gebrochener Hand und Gesichtsfrakturen
Die beiden zurückgebliebenen Kinder kamen mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus, wo ein Nasenbeinbruch des Älteren behandelt wurde.
Zeitgleich machten sich die Eltern des dritten Jungen zusammen mit der Polizei auf die Suche nach ihrem Sohn. Sie fanden ihn schließlich am S-Bahnhof Schönholz. Er hatte Gesichtsfrakturen und einen Bruch einer Hand erlitten, die nun stationär in einem Krankenhaus behandelt werden.
Die Angreifer erbeuteten ein Handy und eine Geldkarte.

