Der seit Jahren ungenutzte Straßenbahnbetriebshof an der Dietzgenstraße soll eine neue Zukunft bekommen. Die Berliner Verkehrsbetriebe bereiten die Reaktivierung der denkmalgeschützten Anlage vor. Das geht aus der Leistungsbeschreibung für die geplante Verlängerung der M1 zur Elisabeth-Aue hervor.
Demnach ist vorgesehen, den Straßenbahnhof parallel zum Bau der neuen Strecke umzubauen und wieder in Betrieb zu nehmen.
Gleisanschlüsse in beide Richtungen geplant
Der Betriebshof soll künftig sowohl aus Richtung Innenstadt als auch aus Richtung Elisabeth-Aue für Bahnen erreichbar. Vorgesehen sind zwei zweigleisige Abzweige für die Ein- und Ausfahrt.
Wie diese Verbindungen genau gestaltet werden, steht noch nicht fest. Die Lage der künftigen Gleisanlagen auf dem Gelände ist bislang nicht abschließend geplant. Die Einzelheiten sollen deshalb mit einem parallel laufenden Betriebshofprojekt abgestimmt werden.
Reaktivierung wird bereits vorbereitet
In der Leistungsbeschreibung heißt es ausdrücklich, dass die Reaktivierung des Betriebshofs im Rahmen der langfristigen Betriebshofplanung vorbereitet werde.
„Es ist vorgesehen, dass der Betriebshof parallel zum gegenständlichen Neubaustreckenprojekt umgebaut und wieder in Betrieb genommen wird.“
Noch offen sind jedoch der konkrete Umfang des Umbaus, die spätere Nutzung der einzelnen Gebäude und der Zeitplan für die Wiedereröffnung. Unter anderem sind die Tore des Betriebshofes derzeit zu klein für die Tram-Bahnen der neuen Generation. Wie die Lösung hierfür aussieht, steht derzeit noch nicht fest.
Auf dem Gelände soll zudem der Anschlusspunkt für die Bahnstromkabelanlage zu einem neuen Gleichrichterwerk liegen. Eine solche Anlage wandelt den Strom aus dem öffentlichen Netz in den für den Straßenbahnbetrieb benötigten Gleichstrom um.
Denkmalgeschützter Straßenbahnhof steht seit Jahren leer
Der Straßenbahnhof Niederschönhausen befindet sich an der Dietzgenstraße 100 an der Ecke zur Schillerstraße. Er wurde 1901 eröffnet und 1924 nach Entwürfen des Architekten Jean Krämer erweitert. Die Gebäude und das Gelände stehen als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.
Über Jahrzehnte war der Betriebshof für den Straßenbahnverkehr im Berliner Norden von Bedeutung. Nach dem Ende der regulären betrieblichen Nutzung wurden dort noch historische Fahrzeuge untergebracht. Seit deren Verlagerung nach Köpenick wird die Anlage nicht mehr regelmäßig für Straßenbahnen genutzt.
Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren eine andere Nutzung, etwas für kulturelle Zwecke gefordert, die BVG lehnte das jedoch ab.
Verbindung zur neuen M1-Strecke
Die Wiederinbetriebnahme hängt eng mit der geplanten Straßenbahnanbindung der Elisabeth-Aue zusammen. Die M1 soll künftig ab Nordend nicht mehr planmäßig durch die Schillerstraße fahren, sondern entlang der Dietzgenstraße nach Norden verlängert werden.
Der bisherige Streckenabschnitt in der Schillerstraße soll nach Eröffnung der Neubaustrecke lediglich für operative Zwecke genutzt werden, die Haltestellen Waldemarstraße und Schillerstraße fallen dann weg.
Für die Verlängerung der M1 sind fünf neue beziehungsweise verlegte, barrierefreie Haltestellenpaare vorgesehen. Die Detailplanung für die Strecke wird derzeit von der BVG ausgeschrieben. Wann der Betriebshof tatsächlich wieder genutzt werden kann, lässt sich aus den Unterlagen noch nicht ableiten.
Die verlängerte M1-Strecke soll nach dem derzeitigen Zeitplan frühestens Ende 2032 in Betrieb gehen. Ein verbindlicher Eröffnungstermin ist das aber noch nicht – ähnlich dürfte es beim Betriebsbahnhof aussehen.

