Die Berliner Verkehrsbetriebe treiben die geplante Straßenbahnanbindung der Elisabeth-Aue voran. Die BVG sucht derzeit ein Planungsbüro, das die neue Strecke genauer ausarbeiten soll. Vorgesehen ist eine Verlängerung der M1 über die Dietzgenstraße bis in das geplante neue Wohnquartier.
Die Strecke soll gemeinsam mit einer Verlängerung der Linie 50 insgesamt rund 3,4 Kilometer umfassen. Geplant sind fünf neue beziehungsweise verlegte, barrierefreie Haltestellen. Eine fertige Detailplanung gibt es allerdings noch nicht: Genau diese soll nun im Auftrag der BVG erarbeitet werden.
Diese Haltestellen sind vorgesehen
Nach dem derzeitigen Planungsstand soll die M1 künftig ab Nordend geradeaus durch die Dietzgenstraße nach Norden fahren. Vorgesehen sind folgende Haltestellen:
- Nordend – künftig in der Dietzgenstraße
- Dammsmühler Straße
- Wiesenkräuterweg
- Elisabeth-Aue Süd
- Elisabeth-Aue Nord
An der nördlichen Endhaltestelle soll eine neue Wendeschleife entstehen. Im Bereich des Rosenthaler Weges trifft die Strecke der M1 auf die geplante Verlängerung der Straßenbahnlinie 50. Beide Linien sollen anschließend gemeinsam durch das neue Quartier führen.
Was passiert mit der bisherigen Endstation Schillerstraße?
Für Niederschönhausen bedeutet die Planung eine deutliche Veränderung. Der bisherige M1-Ast von Nordend über die Waldemarstraße bis zur Schillerstraße soll nach den aktuellen Unterlagen künftig nicht mehr regulär von der M1 befahren werden. Die Haltestellen Waldemarstraße und Schillerstraße würden damit entfallen, dafür gibt es die Haltestelle Nordend an der Kreuzung Schillerstraße / Dietzgenstraße.
Stillgelegt werden soll der Abschnitt jedoch offenbar nicht vollständig. Er soll für betriebliche Zwecke erhalten bleiben. Das hängt auch mit dem historischen Straßenbahndepot an der Schillerstraße zusammen. Dieses soll nach Angaben in den Ausschreibungsunterlagen parallel zum Streckenbau umgebaut und wieder in Betrieb genommen werden. Die Planer sollen deshalb eine Anbindung des Betriebshofs aus nördlicher und südlicher Richtung berücksichtigen.
Schwierige Planung in der Dietzgenstraße
Wie genau Gleise, Bahnsteige sowie Fuß- und Radwege angeordnet werden, steht noch nicht fest. An einigen Stellen ist die Dietzgenstraße vergleichsweise schmal. Zusätzlich begrenzt eine denkmalgeschützte Friedhofsmauer den verfügbaren Raum.
Die BVG hat deshalb Generalplanungsleistungen für mehrere Planungsphasen ausgeschrieben. Dazu gehören unter anderem die genaue Lage der Gleise und Haltestellen sowie die Planung von Straßenraum, Oberleitungen und weiteren technischen Anlagen.
Linie 50 soll möglicherweise zuerst verlängert werden
Das neue Quartier soll von zwei Seiten an das Straßenbahnnetz angebunden werden. Neben der M1 ist eine Verlängerung der Linie 50 von ihrer heutigen Endhaltestelle an der Guyotstraße vorgesehen. In den Ausschreibungsunterlagen wird dieser Abschnitt als voraussichtlich prioritär bezeichnet.
Die M1 wäre für viele spätere Bewohnerinnen und Bewohner allerdings die direktere Verbindung nach Pankow und weiter in die Berliner Innenstadt. Über den bestehenden Linienweg könnten Fahrgäste ohne Umstieg bis zum Hackeschen Markt fahren.
Fertigstellung frühestens Anfang der 2030er-Jahre
Ursprünglich war eine Inbetriebnahme der neuen Strecke bis 2030 im Gespräch. Dieser Termin gilt inzwischen als kaum noch erreichbar. Nach dem derzeit bekannten Zeitplan sollen die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bis März 2029 eingereicht werden. Mit einer Genehmigung rechnet die BVG demnach erst 2031. Eine Eröffnung könnte frühestens Ende 2032 erfolgen.
Die Kosten wurden bislang grob mit rund 74 Millionen Euro angegeben. Grundlage ist allerdings der Preisstand von 2022. Die tatsächlichen Kosten werden sich erst im Zuge der weiteren Planung genauer bestimmen lassen.
Hintergrund des Projekts ist die geplante Bebauung der Elisabeth-Aue. Auf der heute überwiegend landwirtschaftlich genutzten Fläche sollen langfristig bis zu 5.000 Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen entstehen.
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr, BVG-Vergabeverfahren

