Die M1 wird im zweiten Halbjahr 2026 unterbrochen – womöglich nahtlos für mehrere Jahre. Dann nämlich starten zwei Bauprojekte auf der Strecke der Tram, die für viele Pendler in Niederschönhausen eine wichtige Linie ist.
Zum einen plant die BVG im zweiten Halbjahr Gleisbauarbeiten in der Kastanienallee, wie der Tagesspiegel zuerst berichtete. In dieser Zeit wird es auf der Strecke einen Ersatzverkehr mit Bussen über die Schwedter Straße geben. Im Vergleich ist das aber nur eine kleine Maßnahme.
Voraussichtlich Ende 2026 dann folgt die Baumaßnahme, die die M1 über mehrere Jahre trennen wird: Dann nämlich wird die Schönhauser Allee Brücke abgerissen und neu gebaut.
Das wird bis 2032 dauern. Die schlechte Nachricht für alle im Berliner Norden: Die M1 wird im gesamten Zeitraum dieser Baumaßnahme unterbrochen, wird also über Jahre nicht mehr durchgehend in die Stadt fahren.
Wer aus Niederschönhausen mit der M1 in die Stadt fahren will – oder nach Niederschönhausen – muss dann einen Ersatzverkehr in Kauf nehmen.
Immerhin bleibt eine Alternativ dauerhaft bestehen: Von Niederschönhausen aus wird man während der gesamten Bauzeit mit der M1 bis zum Bahnhof Pankow kommen. Von dort aus kann man alternativ in die U2 umsteigen oder in einer S-Bahn.
Wer häufig mit der U2 fährt, weiß auch: Die Bahn ist ab der Schönhauser Allee-Brücke Richtung Pankow meist nicht sonderlich voll. Man kann also hoffen, dass kein totales Chaos droht.
Warum dauert der Neubau der Schönhauser Allee-Brücke so lange?
Die Brücke ist nicht nur eine Straßenbrücke, sondern ein komplexes Bauwerk, auf und unter dem gleich mehrere Verkehrsebenen verlaufen.
Hier kreuzen:
- die Straßenbahn (M1 und 12),
- die U-Bahn (U2),
- die S-Bahn (Ringbahn),
- sowie Auto-, Rad- und Fußverkehr
Die Brücke stammt in ihren Grundzügen aus dem späten 19. Jahrhundert und wurde über Jahrzehnte immer wieder erweitert und angepasst. Inzwischen ist klar: Eine weitere Reparatur reicht nicht mehr aus – die Brücke muss abschnittsweise abgerissen und komplett neu gebaut werden.
Was genau gebaut wird – und warum das so lange dauert
Die Brücke besteht aus mehreren Teilbauwerken, die nacheinander ersetzt werden. Dazu kommt: Unter und neben der Brücke verlaufen unzählige Versorgungsleitungen für Strom, Wasser, Gas und Telekommunikation, die während der gesamten Bauzeit weiter funktionieren müssen.
Bevor überhaupt abgerissen werden kann, müssen diese Leitungen provisorisch verlegt werden – allein das dauert. Erst danach kann der eigentliche Neubau beginnen.
Geplant ist:
- Start der vorbereitenden Maßnahmen: Ende 2026
- Bauzeit insgesamt: etwa 2027 bis 2032
- Bau in vier großen Hauptphasen, jeweils westlicher und östlicher Brückenteil nacheinander
- Ziel ist es, immer einen Teil der Brücke nutzbar zu halten – vollständig offen bleibt sie aber nicht
Und was passiert mit der U2?
Die U2 verkehrt auf einem Hochbahnviadukt direkt über der Brücke. Auch dieses Bauwerk muss im Zuge des Neubaus erneuert werden. Ziel ist es, die U-Bahn so stabil und zuverlässig wie möglich weiterzubetreiben.
Komplett ohne Einschränkungen geht das jedoch nicht. Heißt:
- In einzelnen Bauphasen kann es temporäre Unterbrechungen geben
- Diese sollen zeitlich begrenzt bleiben
- Für solche Zeiträume sind Ersatzverkehre vorgesehen
- Ein dauerhafter Ausfall der U2 ist aber nicht geplant
Noch können wir die M1-Fahrt in die Stadt, Stand Anfang 2026, also genießen. In einigen Monaten wird es sie dann für mehrere Jahre nicht mehr geben.

