Der brutale Raub im Paule Park, der Mitte November viele Menschen in Pankow erschüttert hat, ist offenbar Teil einer Serie schwerer Gewalttaten. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurde ein 15-jähriger Jugendlicher festgenommen, der im Verdacht steht, gemeinsam mit weiteren Mittätern mehrere Raubüberfälle im Kiez und der näheren Umgebung begangen zu haben.
Rückblick: Am 15. November griff eine fünfköpfige Jugendgruppe im Paule Park drei Kinder an. Nach bisherigen Erkenntnissen hielten sich ein Elfjähriger und zwei 13-Jährige gegen 20 Uhr auf dem Spielplatz auf, als sie attackiert wurden.
Die beiden 13-Jährigen wurden mehrfach geschlagen, während der Elfjährige flüchten und Hilfe holen konnte. Als Erwachsene einschritten, liefen die Angreifer mit einem der 13-Jährigen davon.
Die beiden zurückgebliebenen Kinder mussten mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Einer der Jungen erlitt unter anderem einen Nasenbeinbruch. Der dritte Junge wurde später am S-Bahnhof Schönholz gefunden.
Er hatte Gesichtsfrakturen sowie einen Handbruch und musste mehrere Tage stationär behandelt werden. Die Täter erbeuteten ein Mobiltelefon und eine Geldkarte.
Nach intensiven Ermittlungen nahmen Kräfte der Operativen Gruppe Jugendgewalt der Polizeidirektion 1 (Nord) den mutmaßlichen Haupttäter am 12. Dezember in der Steegerstraße in Gesundbrunnen fest.
Der 15-Jährige steht im Verdacht, zwischen dem 11. September und dem 25. November insgesamt fünf Raubtaten begangen zu haben – zwei davon im Paule Park, weitere in der Breiten Straße, im Schlosspark Pankow sowie in der Danziger Straße. Bei mindestens einer Tat soll es zu schweren Körperverletzungen gekommen sein.
Gegen den Jugendlichen lagen bereits mehrere Ermittlungsverfahren vor. Da zudem wegen einer anderen Tat ein Unterbringungsbefehl bestand, wurde er in Gewahrsam genommen und der Justiz überstellt. Die zuständige Ermittlungsrichterin wandelte den Unterbringungsbefehl in einen Haftbefehl um, setzte diesen jedoch unter strengen Meldeauflagen außer Vollzug.
Auch ein 16-jähriger mutmaßlicher Mittäter wurde an seiner Schule festgenommen und nach polizeilichen Maßnahmen seinen Erziehungsberechtigten übergeben.
Mit der Festnahme sieht die Polizei einen entscheidenden Schritt zur Aufklärung der Taten. Die Ermittlungen zu weiteren Beteiligten dauern an.
Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzski hatte sich nach der Tat geäußert: „Ich bin bestürzt über diesen Fall von brutaler Gewalt", sagte sie. Gerade Spielplätze seien dazu da, Kindern eine sichere Umgebung zu bieten: „Wenn sich Kinder an solchen Orten nicht mehr sicher fühlen können und somit in ihrer Entwicklung eingeschränkt werden, stimmt mich das zutiefst traurig."

