Der viel befahrene Straßenabschnitt zwischen Pastor-Niemöller-Platz und Ossietzkyplatz wird zu einer Palmenallee mit Naturfreibad umgebaut.
Das gab das Bezirksamt am heutigen 1. April bekannt. Die Mittel dafür kommen aus dem Berliner Kiez-Verschönerungsprogramm „Berlin maritim“.
Geplant ist, den Bürgersteig an der Hermann-Hesse-Straße zu einem Palmenboulevard auszubauen.
Wie das Bezirksamt mitteilte, wurde das Projekt in den vergangenen beiden Jahren unter größter Geheimhaltung vorangetrieben. So seien die Palmen für den Boulevard im Gewächshaus des Botanischen Volksparks großgezogen worden – was zugleich die lange Schließung der Anlage erklären würde.
Das Naturfreibad auf dem Ossietzkyplatz speist sich mit Wasser aus der Panke und soll laut Bezirksamt „an die klimatischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte angepasst“ sein.
Autos sollen künftig über eine „temporäre Umleitungsroute“ durch angrenzende Nebenstraßen geführt werden. „Der motorisierte Individualverkehr muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen“, heißt es aus dem Amt.
Auch politisch sorgt das Projekt bereits für Reaktionen:
Die Grünen im Bezirk sprechen von einem „mutigen Schritt hin zu mehr Lebensqualität und klimaangepasster Stadtentwicklung“ und fordern, das Konzept perspektivisch auf weitere Straßen auszuweiten. Besonders begrüßt wird, dass entlang der Palmenallee großzügige Abstellflächen für Lastenräder entstehen sollen – inklusive einer schwimmenden Lastenradspur durch das Naturfreibad.
Die CDU hingegen begrüßt zwar die „Aufwertung des öffentlichen Raums“, kritisiert aber Details der Umsetzung. Man werde darauf achten, dass „ausreichend Liegeflächen auch für arbeitende Menschen in der Mittagspause“ entstehen und prüfe aktuell, ob ein kleiner Tretbootverleih integriert werden könne – „idealerweise mit klar geregelten Nutzungszeiten, damit die Pause effizient bleibt“.
Das Bezirksamt spricht von einem „Pilotprojekt mit internationaler Strahlkraft“: „Wenn das hier funktioniert, prüfen wir ähnliche Umgestaltungen in ganz Pankow.“

