In Niederschönhausen hat die Polizei am Montag einen mutmaßlichen Trickdieb festgenommen. Der Fall ereignete sich gegen 13 Uhr in der Rolandstraße. Betroffen war eine 88-jährige Frau.
Nach Angaben der Polizei soll ein 15-Jähriger an der Wohnungstür der Seniorin geklingelt und sich als Enkelsohn einer Nachbarin ausgegeben haben. Er habe angeboten, ihre Fenster zu putzen. Die Frau ließ ihn demnach in die Wohnung.
Brieftasche aus Schlafzimmer entwendet
In der Wohnung soll der Jugendliche die Seniorin zunächst in ein längeres Gespräch verwickelt haben. Unter dem Vorwand, dringend telefonieren zu müssen, soll er sich anschließend unbeobachtet ins Schlafzimmer begeben haben.
Wenig später war der Jugendliche verschwunden. Auch die Brieftasche der 88-Jährigen, die sich zuvor im Schlafzimmer befunden hatte, fehlte.
Als die Polizei eintraf, lagen die Schuhe des Jugendlichen allerdings noch im Hausflur. Während die Einsatzkräfte den Sachverhalt aufnahmen, klingelte es erneut an der Wohnungstür: Der mutmaßliche Trickdieb war zurückgekehrt, um seine vergessenen Schuhe abzuholen.
Polizei findet Brieftasche und Bargeld
Die Einsatzkräfte öffneten dem Jugendlichen und nahmen ihn vorläufig fest. Bei der Durchsuchung fanden sie nach Polizeiangaben die entwendete Brieftasche samt Bargeld. Beides wurde der 88-Jährigen zurückgegeben.
Nachdem die Mutter des 15-Jährigen über den Vorfall informiert worden war, kam der Jugendliche wieder auf freien Fuß.
Die weiteren Ermittlungen führt nun ein Fachkommissariat für Trickdiebstahls- und Trickbetrugsdelikte beim Landeskriminalamt.
Polizei warnt: Keine Fremden in die Wohnung lassen
Die Polizei nimmt den Fall zum Anlass, noch einmal vor Trickdiebstählen an der Wohnungstür zu warnen. Gerade ältere Menschen werden immer wieder gezielt angesprochen und unter Vorwänden dazu gebracht, fremde Personen in ihre Wohnung zu lassen.
Die wichtigsten Hinweise der Polizei:
- Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung.
- Öffnen Sie die Wohnungstür nur mit vorgelegter Kette.
- Nutzen Sie Türspion oder Gegensprechanlage.
- Lassen Sie nur Dienstleister hinein, die Sie selbst beauftragt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt wurden.
- Wenden Sie sich im Zweifel an eine Vertrauensperson oder wählen Sie den Notruf 110.
- Rufen Sie laut um Hilfe, wenn Sie sich bedroht fühlen oder Unterstützung brauchen.
- Der Fall zeigt, wie schnell ein harmlos wirkendes Gespräch an der Tür zu einem Diebstahl führen kann.

