27. März 2026 / Aktuell

Warum gibt es zwischen Dietzgenstraße und Schloss keine Radlösung?

Die wichtigste Radroute, die keine sein darf

Veröffentlicht am 27. März 2026 um 13:02 Uhr

Es ist seit Jahren ein Nerv-Punkt alle Verkehrsteilnehmer: Die Verlängerung der Dietzgenstraße in Richtung innerer Schlosspark ist eine wichtige Fahrrad-Achse in Richtung Pankow – auch wenn sie das eigentlich gar nicht sein soll.

Jeden Tag nutzen viele Radfahrer die Route, um vor dem Schloss entlang weiter auf der Ossietzkystraße (eine Fahrradstraße) in Richtung Pankow und Prenzlauer Berg zu fahren.

In der Verlängerung der Dietzgenstraße zum Schloss gibt es jedoch keine echte Möglichkeit für Radfahrer, sich verkehrssicher zu fortzubewegen.

Das Kopfsteinpflaster ist für Radfahrer völlig ungeeignet.

Auf den Bürgersteigen ist das Radfahren verboten, hier sind zudem zahlreiche Fußgänger unterwegs. Der östliche Bürgersteig ist zudem nur knapp ein Meter breit.

In vielen Fällen gibt es ein rücksichtsvolles Miteinander. Doch die Situation provoziert auch regelmäßig Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern. Eine Lösung hierfür gibt es seit Jahren nicht.

Warum wird hier nicht einfach ein Radweg gebaut? 

Das Nerv-Thema ist schon seit Jahren auf dem Tisch. Getan hat sich: nichts. Und auch in Zukunft dürfte sich daran nichts ändern.

Eine einfache Lösung – etwa die Freigabe des Gehwegs für Radfahrer – ist rechtlich laut Bezirksamt nicht möglich. Grund: In Tempo-30-Zonen ist genau das grundsätzlich ausgeschlossen, zudem seien die Gehwege an vielen Stellen dafür zu schmal.

Die naheliegendste Lösung wäre eine Asphaltierung der Straße. Das ist jedoch nicht möglich, denn die Straße steht unter Denkmalschutz.

Nach Einschätzung der Unteren Denkmalschutzbehörde handelt es sich um eines der letzten Zeugnisse des alten Dorfes Niederschönhausen sowie um eine historisch überlieferte Verbindung zum ehemaligen Gutshof. Eine Asphaltierung würde diesen Charakter dauerhaft verändern – und wird daher abgelehnt.

Hinzu kommt ein weiterer Akteur: die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Der tägliche Radverkehr führt praktisch direkt vor ihrer Haustür entlang. Eine offizielle Radroute für alle Ewigkeiten in dem Ziergarten zu etablieren, wird nicht als dauerhafte Lösung angesehen.

Aktuell wird das Radfahren auf der Hauptroute geduldet. Große Schilder weisen daraus hin, dass Fahrräder in weitere Bereiche nicht mitgenommen werden dürfen. 

Die Rad-Route vor dem Schloss ist so gesehen eigentlich ein Schleichweg, der sich mangels Alternativen seit Jahren etabliert hat. Ein weiteres Problem: Alternativrouten sind aktuell nicht in Sicht. Die seit Jahren diskutierte Ausbau des Güllweges für Radfahrer wird in absehbarer Zeit nicht kommen. 

Für Radfahrer aus dem Nord-Westen von Niederschönhausen bleibt neben dem (nicht geeigneten) Güllweg noch die Grabbealle, eine Bundesstraße, die keinen Radweg hat. 

Viele Radfahrer empfinden es vor diesem Hintergrund als besonderes Ärgernis, dass in dem Bereich der Dietzgenstraße Radfahrer regelmäßig kontrolliert und zur Kasse gebeten werden, weil sie nicht regelkonform unterwegs sind.

Meistgelesene Artikel

Bus, Bahn, Straße: Störungen & Sperrungen in Niederschönhausen ab dem 30. März 2026
Service

Verkehrs-Infos für alle, die mit Bus, Bahn oder Auto unterwegs sind

weiterlesen...
Neuer Aldi-Markt mit 31 Wohnungen in Niederschönhausen geplant
Wohnen

Der Markt soll bereits im vierten Quartal 2026 eröffnen

weiterlesen...

Neueste Artikel

Schäden durch Wurzeln: Teilsperrung von Fuß- und Radweg an den Karpfenteichen
Aktuell

Die Absperrung soll innerhalb der nächsten drei Wochen eingerichtet werden

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Schäden durch Wurzeln: Teilsperrung von Fuß- und Radweg an den Karpfenteichen
Aktuell

Die Absperrung soll innerhalb der nächsten drei Wochen eingerichtet werden

weiterlesen...