Wer von Niederschönhausen aus einen Spaziergang sucht, der sich wie ein Naturausflug anfühlt, landet schnell bei den Karower Teichen. Das 128,6 Hektar große Naturschutzgebiet (entspricht 180 Fußballfeldern oder 0,05 % des Saarlandes) liegt im Naturpark Barnim – und dennoch ganz nah an Niederschönhausen.
Die Teichlandschaft besteht aus vier sehr Gewässern, die ursprünglich aus Torfstichen und Fischteichen entstanden sind: Inselteich, Weidenteich, Ententeich und Schilfteich.
Vier Aussichtsplattformen in der Mitte
Vom Zentrum des Gebiets aus lässt sich die Struktur gut überblicken. Vier Aussichtsplattformen eröffnen den Blick auf die Wasserflächen – hinter Schilfgürteln, die vielen Tieren als Schutz dienen.
Besonders im Winter ist es an kalten und sonnigen Tagen richtig schön: Die Karower Teiche sind ein bedeutendes Rast- und Brutgebiet für Wasservögel. Auch Arten der Hecken und Waldränder wie Pirol, Braun- und Schwarzkehlchen oder die Sperbergrasmücke sind hier heimisch.
Rinder pflegen die Landschaft
Neben Vögeln spielen die Teiche eine wichtige Rolle als Amphibienlaichplatz. Regelmäßig werden Zauneidechse und Ringelnatter gesichtet (hab ich selbst allerdings noch nicht gesehen). Im Sommer jagen hier mehr als 20 Libellenarten.
Rinder werden gezielt zur Pflege der Wiesen eingesetzt. Sie halten die Flächen offen und erhalten eine selten gewordene Kulturlandschaft zwischen Feuchtwiesen, Röhrichten und Gehölzinseln.
Über 330 wildwachsende Pflanzenarten wurden hier nachgewiesen, viele davon stehen auf der Roten Liste Berlins.
Immer an der Panke entlang
Historisch ist das Gebiet eng mit der Panke verbunden, die die östliche Grenze bildet. Nach der letzten Eiszeit gruben sich Panke und Lietzengraben in den sandigen Untergrund, später entstanden Moore.
Im 19. Jahrhundert folgten Torfabbau, Fischzucht und schließlich die Nutzung als Teil der Berliner Rieselfelder. Erst 1994 wurden die Karower Teiche unter Naturschutz gestellt – seither steht der Erhalt der halboffenen Landschaft im Mittelpunkt.
Die Wege sind gut ausgebaut und eben, ideal auch im Winter. Die Wiesen selbst dürfen nicht betreten werden, Hunde müssen an die Leine, die Weidezäune führen Strom.
Schnell da mit Auto, Rad und Bahn
Praktisch: Mit dem Auto seid ihr in etwa 15 Minuten da. Ihr könnt von NIederschönhausen aus aber auch einfach mit dem Fahrrad immer der Panke folgen und seid dann ebenfalls in etwa 30 Minuten da. Auch mit der Bahn sind die Karower Teiche gut angebunden – einfach mit der S2 in Karow aussteigen.
Tipp: Wenn ihr es etwas ruhiger haben wollte, nehmt die Spazierrunde, die weiter von der Autobahn entfernt liegt.
Möglich ist es auch mit der Bahn hinzufahren und einfach an der Panke zu Fuß zurück nach Niederschönhausen zu gehen.

