Am Wochenende öffnen in Berlin wieder zahlreiche historische Gebäude, Kirchen und besondere Orte ihre Türen. Beim Tag des offenen Denkmals am 12. und 13. September gibt es Führungen, Ausstellungen und Einblicke in Gebäude, die man im Alltag teilweise gar nicht oder nur eingeschränkt besichtigen kann.
Auch in Niederschönhausen, Pankow und im Berliner Norden gibt es einige interessante Termine. Wir haben uns dabei auf Angebote konzentriert, für die ihr euch nicht vorher anmelden müsst. Dazu kommen einige Ausflugstipps im nördlichen Berliner Umland, die von Niederschönhausen aus gut mit dem Auto erreichbar sind.
Ateliermuseum Ruthild Hahne in Niederschönhausen
Einer der spannendsten Termine liegt direkt vor der Haustür. In der Beatrice-Zweig-Straße befindet sich das ehemalige Wohn- und Atelierhaus der Bildhauerin Ruthild Hahne. Das Haus gehört zur Anfang der 1950er-Jahre entstandenen Erich-Weinert-Siedlung und wurde nach den Vorstellungen der Künstlerin gestaltet.
Am Wochenende kann nicht nur das Atelier besichtigt werden. Mehrmals am Tag gibt es außerdem Vorträge über das Werk der Bildhauerin.
- Wann: Samstag 11 bis 17 Uhr, Vorträge um 12, 14 und 16 Uhr; Sonntag 10 bis 15 Uhr, Vorträge um 11 und 13 Uhr
- Wo: Beatrice-Zweig-Straße 1, Niederschönhausen
- Anmeldung: nicht erforderlich
Brose-Haus in Niederschönhausen
Nur wenige Minuten entfernt öffnet auch das Küster-Palm-Haus, besser bekannt als Brose-Haus. Das kleine historische Gebäude an der Dietzgenstraße geht auf das Jahr 1764 zurück. Das ursprüngliche Ensemble wurde später unter anderem unter Mitwirkung von Karl Friedrich Schinkel umgestaltet; das Küster-Palm-Haus ist der erhaltene beziehungsweise nach historischem Vorbild wiedererrichtete Teil.
Zum Denkmaltag wird dort eine Ausstellung über Handel, Handwerk und Gewerbe in Pankow gezeigt.
- Wann: Samstag und Sonntag jeweils 13 bis 17 Uhr
- Wo: Dietzgenstraße 42, Niederschönhausen
- Anmeldung: nicht erforderlich
St. Georg in Pankow
Die katholische Kirche St. Georg wurde zwischen 1906 und 1910 als große neogotische Backsteinkirche errichtet. Am Samstag kann man sich nicht nur das Denkmal ansehen. Gezeigt werden auch Entwürfe eines Kunstwettbewerbs für die Neugestaltung der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Fensterrosette.
Mitglieder des St.-Georg-Vereins geben während der Öffnungszeit außerdem Informationen zur Geschichte und zur Sanierung der Kirche.
- Wann: Samstag 13 bis 19 Uhr
- Wo: Kissingenstraße 33–34, Pankow
- Anmeldung: nicht erforderlich
Dorfkirche Französisch Buchholz
Noch deutlich älter ist die Dorfkirche in Französisch Buchholz. Teile der Feldsteinkirche stammen aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Später wurde sie mehrfach verändert und erweitert.
Am Sonntag werden zwischen 14 und 18 Uhr nach Bedarf Führungen zur Baugeschichte angeboten. Damit eignet sich der Termin besonders gut für einen spontanen Besuch ohne feste Startzeit.
- Wann: Sonntag 14 bis 18 Uhr, Führungen nach Bedarf
- Wo: Hauptstraße 58, Französisch Buchholz
- Anmeldung: nicht erforderlich
Stadtgut Blankenfelde
Am nördlichen Berliner Stadtrand liegt das historische Stadtgut Blankenfelde. Das Gut bildet das Zentrum des alten Dorfes, das bereits 1375 urkundlich erwähnt wurde. Heute wird das Gelände von einem gemeinnützigen Verein genutzt.
Am Sonntag gibt es eine Führung über das historische Stadtgut und seine heutige Nutzung. Das Gelände selbst ist am gesamten Wochenende von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
- Wann: Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr; Führung Sonntag um 11 Uhr
- Wo: Hauptstraße 24–30, Blankenfelde
- Treffpunkt Führung: Café Traktorista
- Anmeldung: nicht erforderlich
Schlosskirche Buch
Ein Stück weiter nördlich steht die barocke Schlosskirche Buch. Sie wurde zwischen 1731 und 1736 errichtet und hat erst 2024 – nach mehr als 80 Jahren – wieder einen Kirchturm bekommen.
Am Denkmaltag werden ungewöhnlich viele Führungen angeboten. Am Samstag gibt es sie nahezu stündlich, am Sonntag ebenfalls mehrmals über den Tag verteilt.
- Wann: Samstag Führungen um 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr; Sonntag um 11.30, 12.30, 13.30, 14.30 und 15.30 Uhr
- Wo: Alt-Buch 37, Berlin-Buch
- Anmeldung: nicht erforderlich
Museum für Wissenschaftsgeschichte auf dem Campus Berlin-Buch
Einen ganz anderen Einblick bietet das ehemalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung. Das Gebäude entstand Ende der 1920er-Jahre im Stil der Neuen Sachlichkeit und beherbergt heute ein Museum zur Wissenschaftsgeschichte.
Am Samstag ist von 11 bis 16 Uhr eine Ausstellung mit wissenschaftlichen Geräten aus einem Jahrhundert biomedizinischer Forschung geöffnet. Um 16 Uhr startet zusätzlich eine Führung zur Geschichte des Campus Berlin-Buch.
- Wann: Samstag 11 bis 16 Uhr; Campus-Führung um 16 Uhr
- Wo: Robert-Rössle-Straße 10, Berlin-Buch
- Anmeldung: nicht erforderlich
Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Wittenau
Auch westlich von Niederschönhausen gibt es einen interessanten Termin. Auf dem weitläufigen Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik führt am Sonntag ein zweistündiger Rundgang durch die Geschichte der ehemaligen psychiatrischen Einrichtung.
Im Mittelpunkt stehen die Veränderungen im Umgang mit Patientinnen und Patienten sowie die Architektur des Geländes. Festes Schuhwerk und Mückenschutz werden empfohlen.
- Wann: Sonntag um 15 Uhr, Dauer etwa zwei Stunden
- Wo: Oranienburger Straße 285, Wittenau
- Treffpunkt: Pförtnerhäuschen / Anmeldung: nicht erforderlich
Ausflugstipps ins nördliche Brandenburg
Wer aus dem Denkmaltag gleich einen kleinen Ausflug machen möchte, findet nördlich von Berlin ebenfalls einige gute Ziele.
Wasserturm und ehemaliger Grenzturm in Hohen Neuendorf
Der 41 Meter hohe Wasserturm stammt aus dem Jahr 1914 und ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Am Sonntag kann er zwischen 10 und 16 Uhr bestiegen werden.
Gleichzeitig öffnet der ehemalige Grenzturm, der heute vom Naturschutz genutzt wird. Direkt daneben befindet sich zudem eine Open-Air-Galerie am Berliner Mauerradweg. Beide Orte sind von 10 bis 16 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
- Wann: Sonntag 10 bis 16 Uhr
- Wo: unter anderem Summter Straße 5a, Hohen Neuendorf / Eintritt: frei
- Anmeldung: nicht erforderlich
Historischer Panke-Park in Bernau
Auch Bernau ist von Niederschönhausen schnell erreicht. Auf dem Gelände des heutigen Panke-Parks befand sich früher ein Heeresbekleidungsnebenamt. Bei einer Führung wird gezeigt, wie sich das militärisch genutzte Areal zu einem Wohngebiet im Grünen entwickelt hat.
- Wann: Sonntag um 15 Uhr, Dauer etwa 90 Minuten
- Wo: Schönfelder Weg 9, Bernau
- Treffpunkt: Kita Pankewichtel
- Anmeldung: nicht erforderlich
Wasserturm in Bernau
Noch spannender finde ich als Ausflugstipp den historischen Bernauer Wasserturm. Am Sonntag gibt es dort über den ganzen Tag verteilt kurze Vorträge und Besichtigungen rund um die Geschichte der Wasserversorgung.
Zwischen 11 und 16 Uhr finden stündlich Kurzvorträge statt. Zusätzlich gibt es um 11, 14 und 16 Uhr Beiträge zur Geschichte der Wassertürme und der Wasserversorgung. Für den Besuch des Erdgeschosses werden Bauhelme benötigt, die vor Ort gestellt werden.
- Wann: Sonntag 11 bis 16 Uhr
- Wo: Bernau bei Berlin
- Anmeldung: nicht erforderlich
Gut zu wissen: Der Berliner Tag des offenen Denkmals findet 2026 am Samstag, 12. September, und Sonntag, 13. September, statt. Viele Angebote sind kostenlos. Bei den hier vorgestellten Terminen ist nach aktuellem Programmstand keine vorherige Anmeldung nötig. Da es kurzfristige Änderungen geben kann, lohnt sich vor der Abfahrt noch einmal ein Blick in das offizielle Onlineprogramm.
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